Shotokan Karate-do

Karate-do gehört zu den bekanntesten asiatischen Kampfkünsten neben Kungfu aus China und Taekwondo aus Korea. Übungen aus dem Kloster Shaolin, durch die Schüler Ausdauer und Stärke entwickeln sollten, wurden in unterschiedlichen Ausprägungen verbreitet und im Laufe der Zeit verändert.

Im 14. Jh. erreichten sie die Insel Okinawa (Japan), wo dem einfachen Volk der Besitz von Waffen verboten war und deshalb das Kämpfen mit Ackergeräten, Handwerkszeug und den Händen gefördert wurde.

Anfang des 20. Jh. entwickelte Funakoshi Gichin (1868-1957) diese Kampfkunst zum Shotokan Karate-do (kara-te = leere Hand) als Weg (do), die eigene Persönlichkeit und den Charakter zu formen. In seiner Nachfolge brachten seine Söhne und vor allem Nakayama Masatoshi (1913-1987) weitere Techniken, standardisierte Übungsformen, sportwissenschaftliche Aspekte und die Grundlagen für den Wettkampf ein. In den folgenden Jahrzehnten entwickelten sich die beiden Richtungen, die traditionelle Kampfkunst einerseits und der moderne Karatesport andererseits, weltweit durch neue Schulen und Stilrichtungen weiter. Der erste Karateverein in Deutschland wurde 1957 durch Jürgen Seydel (1917-2008) gegründet und 1961 der Deutsche Karate Bund als erster deutscher Dachverband.

Die traditionellen Übungsorte für Shotokan Karate-do waren anfangs Klöster und Tempel. Funakoshis Ziel war, dass die Übenden mit sich selbst und ihrer Umwelt in Frieden und Harmonie lebten. Die fernöstliche Einheit von Körper und Geist, Disziplin und der Respekt vor dem anderen prägen bis heute die Kampfkunst des Shotokan Karate-do. Die Techniken, hauptsächlich Tritte und Stöße, werden zur Verteidigung oder zum präventiven Angriff eingesetzt. Dabei ist kennzeichnend in allen Stilrichtungen des Karate-do im Deutschen Karate Verband, dass die Technik vor einer Trefferwirkung gestoppt wird. Im Zusammenwirken von Kraft, Technik und mentaler Einstellung soll der Übende sich in jeder Situation unter Kontrolle halten. Die Trefferwirkung gilt als Regelverstoß und wird sowohl im Training als auch im Wettkampfgeschehen geahndet.